Essen

Wie ich doch noch zur Vegetarierin wurde…

Eigentlich finde ich einen saftigen Burger mit knusprigem Speck oder ein luxuriöses medium-gebratenes Steak hier und da mal echt lecker. Auch die obligatorische Currywurst in Kreuzberg ist ein schneller und überaus willkommener Snack. Doch diesem Fleischesgenuss stehen doch einige Argumente entgegen. Hat nicht fast jeder schon mal darüber nachgedacht, den Versuch zu starten, doch Vegetarier zu werden? Wenn man in die herzvollen Augen der geliebten Vierbeiner blickt, fällt es doch schwer, sich beim Bissen in das nächste Fleischgericht nicht vorzustellen, dass es sich dabei um ein getötetes Tier handelt. Ein Tierleben, eiskalt ausgelöscht für den Genussfaktor des Menschen. Dieser Gedanke ist durch die neue Dokumentation „Eating Animals“ – unterstützt von der wunderhübschen oscarprämierten Schauspielerin Natalie Portman – in mir hochgekommen. Seht euch diesen Film an und es wird euch leichter fallen, zum Vegetarier zu werden. Oder es wird euch schlichtweg bloß schwerer fallen, eure Fleischgerichte zu genießen.

Tierliebe, Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge: Live veggie

Der wohl am weitesten verbreitete Grund, das Fleischessen sein zu lassen, ist die Liebe und auch Solidarität zum Tier. Man sollte sich dem schon zur Genüge bewusst sein, dass jedes köstliche Fleischgericht mit dem Mord an einem Tier und zumeist auch keinem wunderbaren Leben davor verbunden ist. Tiertransporte, enge Käfige, unzumutbare Hygienezustände und schreckliches Leid der Tiere gehen dem Schlachten meist voraus. Hält man sich dies wirklich und ganz unverblümt vor Augen (oder lässt man sich dies durch die genannte Dokumentation vor Augen führen), ist es schon eine große Herausforderung für das Gewissen, häufig Fleisch zu genießen. Die zweiten Argumente – der Klimaschutz und die Gesundheitsvorsorge – scheinen erstmal vermutlich nicht ganz so transparent. Doch der durch den Menschen verursachte Klimawandel ist laut der neuen Schock-Doku bis zu 50% rein durch Tierhaltung und -schlachten produziert (von der Verschmutzung von Grundwasser bis zur Waldrodung etc.). Indem man sich vegetarisch ernährt, tut man nicht nur Mutter Erde einen Gefallen: Auch das eigene Herz-Kreislauf-System wird es einem auf Dauer danken. Einige Studien haben schon erwiesen, dass häufiger (Rot-)Fleischkonsum über eine längere Lebenszeit hinweg Erkrankungen wie Krebs fördern und das Herzinfarktrisiko erhöhen kann.

In den Straßen Berlins fernab der Currywurst

Als Vegetarier in Berlin hat man es leichter als man glaubt. Ich habe nun nach „Eating Animals“ zum ersten Mal im Leben den Versuch gestartet, mich wirklich ausschließlich vegetarisch zu ernähren. Die Verlockung am Anfang war groß („Ach, hole ich mir doch schnell einen Burger von der Pommesbude nebenan oder einen fetten Döner.“), doch der ethnische bzw. moralische Aspekt meines Vorhabens hat mich einfach bestärkt. Ich habe gesehen, wie mit den Tieren umgegangen wird und mir nur einen kurzen Moment lang vorgestellt, dass unseren geliebten Haustieren etwas Gleichartiges angetan wird. Was mir die Tränen in die Augen getrieben hat, hat mich von Herzen dazu überzeugt, nun keine ermordeten Tiere mir auf meinen Speiseplan zu setzen. Berlin hat mir mit seinen trendigen Sushi-Bars und veganen Restaurants hier sehr geholfen. Gott sei Dank gibt es hier so viele leckere Alternativen zur Fleischkost!