Leben in Berlin

Wohnungssuche in Berlin ist nicht leicht

Eine Wand in der eng nebeneinander sieben Türen zu sehen sind. Davon ist eine in Gelb hervorgehoben.

Wie ich nach Berlin kam: Immer wieder hatte ich früher Wochenenden in Berlin verbracht und mich bei jedem Besuch mehr und mehr in diese einzigartige Stadt verliebt. Natürlich wegen der bekannten Spots wie dem Brandenburger Tor, dem Potsdamer Platz, dem Ku’Damm und den zahlreichen Restaurants und Clubs. Vor allem aber, weil die Berliner ein multikultureller, offener, partywilliger, schräger, schrulliger und sympathischer Haufen sind.

Der Entschluss

Dennoch dauerte es eine Weile bis ich mich entschlossen hatte, dass Berlin meine neue Wahlheimat werden sollte. Nachdem ich schließlich einen Job in der Stadt gefunden hatte, ging es an die Wohnungssuche. Hier bietet Berlin wirklich für jeden Geschmack etwas: von kleinen Einraumwohnungen über schöne, große WG-Zimmer bis hin zu einzigartigen Lofts. Dabei kommt es leider seit ein paar Jahren nicht mehr nur auf den Geldbeutel an. Denn auch dieser musste mit der Zeit in Berlin immer dicker werden, um sich noch eine Wohnung leisten zu können. Doch mittlerweile ist Geld nicht mehr unbedingt der Schlüssel zur eigenen Bleibe, denn freie Wohnungen sind schlichtweg zur Mangelware geworden.

Wo sucht man in Berlin die passende Wohnung?

Wo also konnte ich eine Wohnung finden, die genau die Anforderungen erfüllt, die mir wichtig sind? Die Antwort lag auf der Hand: Im Internet, dort muss ich doch was finden! Aber welche Seite ist hier die Richtige? Sehr schnell stieß ich auf die Seite wg-gesucht.de. Aber wollte ich wirklich in einer WG leben? Eigentlich hatte ich nach einer bezahlbaren Wohnung für mich allein gesucht, dennoch riskierte ich einen Blick. Und zu meiner Überraschung fand ich dort alles, was das Herz begehrt: von durchgeknallten 10 Personen Künstler-Wohngemeinschaften bis hin zu soliden Zweier-WGs mit vielreisenden Geschäftsleuten.

Also kam ich zu dem Schluss, dass ich erst einmal in eine WG ziehen würde bis ich mich in Ruhe eingelebt hatte, um dann ohne Zeitdruck eine passende Wohnung nur für mich zu suchen. Also schaute ich mir ein paar erste Inserate an und noch bevor ich bis Drei zählen konnte, hatte ich einen Besichtigungstermin vereinbart und los ging es.

Meine Besichtigungen

Und ich kann Euch sagen, bei meinen Besichtigungen habe ich so einiges erlebt… Vorab, so ein WG-Zimmer kostet im Durchschnitt so um die 420 Euro – aber natürlich ist der Preis nach oben hin offen. Die Zimmer, die ich mir dann vor Ort angeschaut hatte, waren fast alle wie zuvor auf den Fotos gesehen. Doch die VermieterInnen bzw. künftigen MitbewohnerInnen waren teilweise wirklich – sagen wir – komisch.

Von unseriösen Angeboten …

Viele VermieterInnen wollten keinen Mietvertrag mit mir abschließen. Das wirkte auf mich nicht seriös. Denn schließlich wollte ich nicht heimlich irgendwo wohnen. Ich möchte meinen Namen an die Klingel schreiben können und mich auch ordentlich beim Bürgeramt anmelden. Zudem wollte ich natürlich etwas Schriftliches in der Hand haben, damit man mich auch nicht einfach von heute auf morgen vor die Tür setzen konnte. Einige der VermieterInnen wollten die Miete am liebsten sofort und in bar haben. Auch da klingelten bei mir die Alarmglocken. Leider ist die Wohnungsnot in Berlin so groß, dass viele StudentInnen und Zuziehende kaum eine anderen Wahl haben, als sich auf solche unseriösen Angebote einzulassen. Die Nachfrage regelt eben den Markt oder in diesem Fall wohl eher den Schwarzmarkt.

… zum Glücksgriff am Ende

Nein, ich wollte einen klaren Mietvertrag mit sämtlichen Details und meine Miete, so wie es üblich ist, monatlich überweisen. Und nach langer Suche und insgesamt 17 angesehenen Wohngemeinschaften, fand ich endlich eine schöne Wohnung mit einem netten Zimmer, einer prima Mitbewohnerin und Vermieterin, die mir einen ordentlichen Untermietvertrag ausstellte. Ich war zufrieden, aber ich weiß, dass ich letztendlich nur Glück hatte.

Die Lage wird nicht besser

Inwzischen hat sich der Wohnungsmarkt in Berlin noch verschärft und die Mieten für WG-Zimmer sind teilweise nur noch lächerlich hoch. Ich will gar nicht wissen, was man seinen VermieterInnen inzwischen alles anbieten muss, um eine Chance auf ein Zimmer zu bekommen. Wahrscheinlich Miete in Bar und Übergabe inklusive Rückenmassage ohne Mietvertrag. Ich würde mir wünschen, dass die zuständigen Behörden sich endlich dieses Missstandes annehmen und einen wasserdichten Gesetztesentwurf auf den Weg bringen, der den Leuten wirklich hilft. Denn es ist ja nicht nur die Stadt Berlin, die dieses Problem hat.