Zu viel geklimpert – Hilfe, meine Wimpern fallen aus!

Okay, okay. Das klingt jetzt dramatischer als es ist. Denn es ist durchaus normal, gerade bei Frauen die ihre Wimpern schminken, dass ab und an eine Wimper ausfällt oder abknickt. Einmal zu oft mit der Wimpernzange geschwungen, kann es schon passieren. Und welchen Stress muten wir unseren Wimpern denn nicht zu? Färben, tuschen, falsche Wimpern – und so vieles mehr. Aber Mädels, die alles entscheidende Aussage ist: Keine Panik, Wimpern wachsen nach.

Allgemein

Wie viele Wimpern ein Mensch besitzt und wie dicht diese wirken, hängt von der Genetik ab. Im Durchschnitt hat der Mensch 90 bis 160 Wimpern am oberen Wimpernkranz, am unteren 75 bis 80. Die oberen Wimpern können bis zu 13mm lang werden, die unteren Wimpern bis zu 8mm. Wimpern dienen eigentlich dem Schutz der Augen, vor Schmutz oder Fremdkörpern zum Beispiel. Rund um die Wimpern sitzen Schweiß- und Talgdrüsen. Wimpern erneuern sich, wie alles am Körper, in einem bestimmten Abstand auch ohne unser (schädliches) Zutun. Nach etwa 100 bis 150 Tagen fallen sie aus. Das ist normal.

Wie wachsen Wimpern nach?

Wimpern durchlaufen einen festgeschriebenen Zyklus, auf den wir positiv einwirken können. Unser Körper erneuert die Wimpern etwa drei Mal pro Jahr.

In der Anagenphase beginnt die Produktion des Härchens. Es entsteht die Wurzel der neuen Wimper, auch Papillarhaar genannt. Die Wimper wächst zur vollen Größe heran. Wie lang ein Haar wird ist sehr individuell und genetisch vorgeschrieben.

Die Katagenphase ist eine Art Übergangsphase. Die Zellproduktion wird allmählich eingestellt. Der Haarfollikel verengt sich im unteren Bereich, die Wurzel schrumpft ein. Das Haar trennt sich von der Wurzel und stirbt allmählich ab. Diese Härchen werden dann auch „Beethaare“ genannt.

Die finale Phase heißt „Telogenphase“. In dieser stirbt das Haar endgültig ab und fällt aus. Es tritt eine Art Ruhephase ein, in der sich das neue Haar bereits bildet und dafür sorgt, dass das alte abgestoßen wird.

Wachstumsbeschleuniger?

Gibt es, auch wenn es sich hierbei natürlich um keine Wundermittel handelt.

Wichtig ist, dass die Härchen nicht austrocknen. Wie auch die Kopfhaare benötigen Wimpern Feuchtigkeit, um gesund und stark zu sein. Das Einreiben des Wimpernkranzes mit wohltuendem Öl kann hier helfen. Jojobaöl, Olivenöl oder Rizinusöl eignen sich besonders dafür. Auch das Einreiben von Vaseline wirkt sich positiv auf die Wimpern aus und spendet Feuchtigkeit.

Eine ausgewogene Ernährung ist auch beim Wachstum der Wimpern das A und O. Die Versorgung des Körpers mit Vitaminen ist sehr wichtig. Nachweislich kann auch Biotinmangel zu ausfallenden Wimpern führen, daher ist es wichtig, auf den Biotinhaushalt zu achten. Dieser ist auch verantwortlich für schöne Haare und Haut. Es gibt eine Vielzahl an Nahrungsmitteln, in denen Biotin bereit steht: Bananen, Möhren, Nüsse, Bohnen und viele mehr.

Das Massieren der Augenlider stimuliert nicht nur die Augen und kann Schatten unter den Augen vorbeugen, es hilft auch den Wimpern. Wichtig ist, wenig Druck auszuüben. Auch das Bürsten der Wimpern kann die Wurzeln anregen.

Wichtig ist, auf einen guten und vor allem frischen Mascara zu achten. Alle drei Monate sollte ein alter Mascara weggeschmissen und ersetzt werden.

Bestimmte Wimpernseren sind zum Teil zwar teuer, wirken aber auch sehr gut. Ein Wimpernserum kann die erste Wachstumsphase verlängern, das sorgt für eine schönere und längere Wimper.

Lieber vorbeugen statt Schadensbegrenzung

Es gibt auch einige Tipps, wie man das Strapazieren und Brechen von Wimpern ein wenig verhindern und einschränken kann.

Am wichtigsten ist das Abschminken am Abend vor dem Zubettgehen. Sonst drohen die Härchen viel schneller zu brechen. Bei der Wimperntusche sollte man zudem nicht sparen. Billigmascara zahlt sich definitiv nicht aus. Lieber in einen guten Mascara mit Pflegeanteil investieren. Die Wimpernzange IMMER vor dem tuschen verwenden. Ich weiß, wenn man bereits getuscht hat, hält der Schwung besser. Aber ihr tut euch keinen Gefallen. Die Härchen brechen super schnell bei dem Vorgang, wenn ihr den Mascara bereits aufgetragen habt. Zudem gibt es spezielle Grundierungen, die man vor dem Tuschen verwenden kann. Wasserfester Mascara sollte vermieden werden, in ihnen sind schädliche Chemikalien enthalten. Auch der vorsichtige Umgang mit den Wimpern ist wichtig. Intensives Reiben der Augen kann zum Verlust oder Abknicken von Wimpern führen.

Wie ihr seht: Eine Wissenschaft für sich, die sich aber lohnt. Mit einigen Tipps und Tricks, auf die man im Alltag achten kann, sind ausgefallene Wimpern gar kein Problem mehr und auch kein Grund zur Sorge. Wimpern wachsen nach und je nach Pflege tun sie das viel gesünder und kräftiger.