Die etwas andere Familie: Shameless

Der Herbst hält mit roten Blättern und Schmuddelwetter Einzug. Und so sehr ich es liebe, mir meinen Mantel über zu werfen und durch die Straßen meiner Wahlheimat Berlin zu schlendern, so sehr mag ich es auch, den Tag einmal gemütlich vorm Fernseher zu verbringen, kuschelige Decke, heißer Kakao und natürlich ein kleiner Serienmarathon.

Ich war daher auf der Suche, nach einer neuen Serie, die es sich zu schauen lohnt. Und da gibt es ja so viele. Das Problem? Die meisten habe ich schon gesehen. Ganz gleich, ob Game of Thrones, Orange is the new Black oder The Big Bang Theory. Deswegen machte ich mich auf die Suche nach einer neuen Serie. Einer Serie, die lustig ist und bei der man gut abschalten kann. Tja, ich bin fündig geworden.

Shameless – Worum geht’s?

Fast schon ein bisschen klischeebehaftet, verfällt Vater Frank Gallagher dem Alkohol, als seine Frau ihn verlässt. Somit ist er nicht gerade das, was man einen guten Vater nennen würde. (Auch wenn er – natürlich – super stolz auf seine Kids ist und sie liebt.) Daher bleibt mehr oder minder die älteste Tochter Fiona auf den kleinen Problemchen und den ausgewachsenen Krisen der Familie sitzen. Und davon gibt es nicht gerade wenige. Denn jedes der Gallagher-Kinder hat seine eigene Last zu tragen. Der älteste Sohn Lip kommt andauernd mit dem Gesetz in Konflikt. Da hilft es ihm auch nicht, dass er hochintelligent ist. Ian ist darauf bedacht, zu verheimlichen, dass er homosexuell ist. Schwester Debbie ist mit ihrem eigenen Körper unzufrieden und sehr aufmerksamkeitsbedürftig. Viele Züge eines Sadisten legt Carl an den Tag. Und der bloß zweijährige Liam sieht seinem Vater mal so gar nicht ähnlich, der eine schwarz und der andere weiß.

Und mit all dem muss Fiona umgehen können. Dabei wendet sie sich nicht nur einmal an die Nachbarn, die ihr weit vertrauenerweckender und kompetenter erscheinen, als ihr eigener Vater.

Und so finde ich Shameless

Shameless wartet mit hochkarätigen Schauspielern auf, die mit ihrer Rolle verwachsen scheinen und daher umso authentischer wirken. Am Anfang war mir nicht bewusst, dass es sich bei der Serie um ein Remake handelt. Jedoch kann die Serie auch gut und gerne für sich selbst stehen und Erfolge verbuchen. Shameless ist eine urkomische Dramedy, die Familie Gallagher kann den Zuschauer gleich zu Beginn mit ihrem Charme verzaubern und sorgt somit für den idealen Suchteffekt. Nicht immer kann die Serie glänzen. Hier und da ist die Kohärenz ein wenig gestört und das stößt dem treuen Fan natürlich auch auf. Aber welche Serie hat keine Schwachstellen?

Von mir für euch also trotz kleiner Makel eine absolute Empfehlung für kühle, gemütliche Herbst- und Wintertage. Aber Vorsicht: Suchtgefahr!