Über Schönheitsoperationen

Grundsätzlich halte ich Schönheitsoperationen für eine sehr sinnvolle Sache. Viele Leute meinen, man solle sich doch mit dem, was die Natur bereitgestellt hat, zufrieden geben – aber warum denn? Warum soll zum Beispiel jemand mit schiefen Zähnen nichts dagegen tun, wenn es doch möglich ist? Es ist immer auch eine Frage von Risiko und Nutzen. Und beim Nutzen steht ein gutes Aussehen an vorderer Stelle, denn die Menschen schauen nunmal in erster Linie auf das Äußere und wer anderes behauptet oder gar verlangt, ist entweder selbst nicht sonderlich ansehnlich oder verkennt unsere biologischen Grundlagen! Sich verändern zu wollen ist immer ein Akt der Freiheit und gerade nicht des Zwangs. Normalerweise behauptet man gern, dass Frauen etwa sich die Brüste vergrößern lassen oder Männer sich Fett absaugen lassen, um beim anderen Geschlecht dann besser landen zu können. Und das ist auch völlig richtig – aber was für ein Zwang soll denn dahinter stehen? Wir sind weder zu Sex noch Partnerschaft gezwungen, sondern es ist nur eine zugegeben wichtige Option in unserem vielseitigen Dasein! Und ist es dann unnormal, wenn man sich selbst Spiegel betrachten will und dabei ein gutes Feeling wünscht? Es gibt schließlich auch eine Ästhetik der eigenen Empfindung und wenn mein Körper mir gefällt, so ist das doch nichts anderes als sich tättowieren zu lassen, sich zu piercen und sich sonstwie zu verändern. Da sagt dann kaum einer was, es gilt vielmehr als normal. Abgesehen davon, dass ich Tattoos schrecklich finde und ich mir vorkäme, als müsste ich mein ganzes Leben in einem schlechten Pucci-Kostüm herumlaufen, akzeptiere ich doch die Entscheidung der Leute und ich finde die Selbstbestimmung über den Körper ist ein ganz wichtiger Freiheitsakt, den man endlich respektieren sollte. Ich kann das Gerede nicht mehr hören, dass man alles immer nur für andere täte – diese Kritik kommt doch von Leuten, die selbst keine Meinung von sich und ihrem Körper haben. Das ist lächerlich und gefährlich und wie eine Art moderner Leibeigenschaft. Wer sich verändern will und dabei neben den klassischen Idealen auch ausgefallene Ideen verfolgt – nur zu! Das gilt es zu schützen und zu fördern und nicht sinnlos mit Moralkeulen zu verprügeln. Uniformität ist out und fast schon Verbrechen, es lebe die Schönheit und der Eigensinn!