Gibt es einen Berliner Modestil?

Gerade weil unsere Hauptstadt Berlin arm ist und wir Berliner Frauen nicht unbedingt übermäßig viel Geld haben – vor allem für Mode nicht – ist es nicht einfach, sich immer sexy und erfrischend zu geben. Es ist eher nicht zu beobachten, dass sich die Berliner Mädels ins hautenge Kleid schmeißen, ein Grund dafür ist, dass sich so eine Kleidung im Beruf und beim Fahrradfahren nicht als alltagstauglich bewähren würden.

Unser Berliner Chic ist sehr schwer zu kategorisieren. Es gibt dennoch Outfits, welche typisch für die Hauptstadt sind, wie zum Beispiel die engen Röhrenjeans, weiße T-Shirts und weiße Sneakers. Meiner Meinung nach lehnen die meisten Berliner kostspielige Designeroutfits ab, auch der Style einer gleichaussehenden Billigvariante ist eher nicht akzeptiert. Stattdessen ist es „In“, in Secondhand-Läden und auf Flohmärkten seine Outfits zusammenzustellen. Dabei kommt auch etwas Schönes und Einmaliges raus, dass man in einem Laden so nicht kaufen kann. Dabei bleiben eine Menge Geld für noch mehr Outfits übrig. Alt Omasachen sind nicht angesagt, da sich Frauen eh seit den 60er Jahren mit Minirock und Bikini-Revolution lieber sexy kleiden.

Mein Empfinden beim Ganzen ist, dass der Style der Berlin-City-Girls insgesamt an die Stadt mit seiner Dynamik angepasst ist.

Berliner Designer

Die Berliner Fashion Week ist nun ein wichtiger Ort für alle führenden Nachwuchsdesigner. Das war früher nicht der Fall. Doch seit einiger Zeit entwickelt sich unsere Stadt als Modemetropole, auf welche die ganze Welt schaut. Natürlich kann sich Berlin noch nicht mit Mailand, New York und Paris messen. Doch wird Berlin international immer gefragter, da vor allem hier ein Platz für Kunst und Experimente in der Mode ist. Die berühmtesten Berliner Designer sind Michael Michalsky oder Guido Maria Kretschmer, bekannt aus Shows wie „Shopping Queen“ und „Germany’s next Topmodel“.

Auf unseren Berliner Catwalk ist alles einfach nur schön bunt und gemischt. Lena Hoschek hat Kollektionen, welche Blümchen haben und verträumt sind. Diese sind vor allem an junge Frauen gerichtet. Guido Maria Kretschmer ist demgegenüber auf Elegantes und Klassiker ausgerichtet. Michael Michalsky hat in seinen Kollektionen die sportliche Mode im Blickpunkt. Demgegenüber kreiert das berühmte Modelabel „lala“ lässigen Grunge.

Skinny Jeans sowie Sneakers, Vintage und „Shabby Chic“

Berlin tendiert sehr zum Unisex. Deswegen gelten für Damen sowie für Herren ähnliche Modeempfehlungen. Die Berliner Outfits sind dabei vor allem: Skinny Jeans, Oberteile in Übergröße, Schnürstiefel, welche flach sind, oder einfach nur Sneakers. Gerne wird alles in grau getragen sowie auch in schwarz und braun. Auch im warmen Sommer wird diese Richtung in Berlin Mitte beibehalten – schlicht, aber dennoch sehenswert.

Bei diesen Style geht es darum, Kleidung zu tragen, die vor langer Zeit in Mode war. Zum Beispiel aus den 70ern, 80ern oder 90ern. Auch wenn es viele nicht zugeben, aber die Blogger-Szene aus Berlin ist hauptsächlich dafür verantwortlich, wie die Welt die Berliner Mode wahrnimmt. Die meisten Blogger-Selfies tendieren zu einem „Shabby Chic“-Style. Das heißt, der Grundstyle ist bei allen Berlinern eher gleich – die Feinheiten müssen sich dann in den Frisuren abspielen. Selbst Männer haben in Berlin oft keine einheitlichen Frisuren mehr.